 |
Trotz aller Merkmale von Authentizität ist das videografierte Geschehen immer ein begrenzter Ausschnitt aus der Realität. Die Kamera ist ein Aufzeichnungsinstrument mit einer vorgegebenen Perspektive, die durch das Interesse der Person (bewusst/unbewusst) geführt wird - dadurch unterliegen die Aufzeichnungen einem doppelten Filterungsprozess.
|
 |
Beim Video müssen sich die Betrachter an den vorgegebenen Ablauf der dargebotenen Informationen anpassen. Möglicherweise führt das zu Aufmerksamkeitslücken, z.B. bei längeren Sequenzen. Darüberhinaus kann mangelnde Tonqualität bei Interaktionen – vor allem in Schülergruppen – einhergehen mit einer unbewussten Bevorzugung von technisch leichter erfassbarem Geschehen.
|
 |
Die Rezeption von Videos ist durch die Mediengewohnheiten der Betrachter geprägt. Mitschnitte schulischer oder von Seminar-Situationen haben nicht die stilisierte Dramaturgie eines Spielfilms, zumal wenn der Lehrende sich als stiller Begleiter von Lernprozessen versteht.
|
 |
Videos zeigen nicht, welche Ausgangsplanung dem Lehr-/Lern-Prozess zugrunde liegt. Allein aufgrund des Anschauens eines Videos ist diese nicht rekonstruierbar, handlungsleitende Intentionen des Vorhabens bleiben verborgen bzw. sind nur zu erahnen.
|
 |
Videos können einen Rückfall in behavioristische Positionen begünstigen, wenn man mit ihrer Hilfe nur auf das Imitieren bestimmter Verhaltensweisen in der jeweiligen Rolle abzielt.
|